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  • Serena

Der innere Kritiker oder: «Halt die Klappe Ursula!»

Wie der innere Kritiker uns mobbt und was wir dagegen tun können.


Diese fiese kleine Stimme

Wir alle haben sie. Diese kleine Stimme in unserem Kopf, die uns sagt, wofür wir uns schämen sollten und die zu vielem, was wir tun eine Meinung hat – meistens eine negative. Vielleicht kommen dir einige dieser Sätze bekannt vor: «Ich bin so peinlich!» «Kein Wunder, dass mich niemand mag.» «Ich werde das niemals schaffen.» «Ich bin fett und hässlich.» «Ich bin ein Looser!»


Selbstkritik hat durchaus ihren Nutzen, denn niemand ist perfekt und kritisches Denken kann dazu führen, dass wir an unseren Schwächen arbeiten. Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen Selbstkritik und Mobbing. Denn, auch wenn uns diese kritische Stimme eigentlich nur beschützen möchte, indem sie uns «hilft», uns von unserer besten Seite zu präsentieren und Fehler zu vermeiden, kann sie uns das Leben echt schwer machen.


Den inneren Mobber erkennen

Deshalb ist es wichtig, die zwischen der berechtigten Selbstkritik-Stimme und der fiesen Mobbing-Stimme zu unterscheiden. Ich bin jemand, der sehr visuell denkt. Deshalb stelle ich mir die beiden Stimmen gerne als Figuren vor.

Unterschied innerer Kritiker und innerer Mentor
Wer spricht gerade? Der innere Kritiker oder der innere Mentor?

Die Selbstkritik-Stimme ist wie ein innerer Mentor oder eine Mentorin, der oder die uns darauf hinweist, was wir besser machen könnten. Sie oder er ist uns wohlgesonnen und will nur das Beste für uns. Für mich als Harry Potter Fan ist diese Stimme deshalb eine Art innerer Dumbledore oder eine innere Dumbledorin 😉.


Die Mobbing-Stimme hingegen ist destruktiv und führt dazu, dass wir uns schlecht fühlen. Der innere Kritiker oder die innere Kritikerin - wie diese Mobbing-Stimme auch genannt wird - stelle ich mir deshalb als Ursula aus dem Disneyfilm Arielle vor. Sie umfängt einen mit ihren Tentakeln, singt fiese Gedanken ins Ohr und sprüht Tinte, so dass es unmöglich wird, einen klaren Blick auf die Dinge zu entwickeln.


Hier eine kleine Checkliste:


Der innere Kritiker...

  • zerstört mit seinen Inputs unser Selbstvertrauen, lässt uns in eine Spirale aus negativen Gedanken fallen und kann sogar Schmerzsymptome verstärken.

  • klingt wie eine kaputte Schallplatte «Ich bin nicht klug genug, um damit fertig zu werden. Ich bin so dumm. Ich kann einfach nicht glauben, dass ich gedacht habe, dass ich das schaffe.» …

  • sieht die Dinge schwarz-weiss: «Das sieht total hässlich aus. So kann ich nicht rausgehen. Ich bin fett. Ich bin hässlich. Niemand mag mich.»

  • suhlt sich in den schlechten Gedanken, ohne eine Lösung für die Zukunft entwickeln: «Ich bin so ein Idiot. Ich bin so dumm, ein kompletter Looser. …»


Der innere Mentor...

  • hilft uns, zu wachsen und zu lernen.

  • wiederholt sich nicht ständig. Er klingt etwa so: «Einige der Probleme, mit denen ich mich gerade beschäftige, stellen für mich eine grössere Herausforderung dar, als ich es mir vorgestellt habe. Vielleicht sollte ich mir Unterstützung holen.»

  • sieht die Dinge differenziert. «Ich habe einen wirklich dummen Fehler begangen, aber ich bin klug genug, diesen Fehler in Zukunft nicht zu wiederholen.» oder «Meine Frisur sieht vielleicht nicht so aus, wie ich es mir gewünscht habe, aber das wird kaum jemand bemerken.»

  • hilft uns, das Problem aktiv anzugehen. «Vielleicht sollte ich mir Hilfe holen, von jemandem, der sich auskennt.» oder «In diesen Hosen fühle ich mich nicht wohl. Ich ziehe eine andere an und kaufe mir die Jeans nächstes Mal eine Nummer grösser.»


Mit dem inneren Kritiker umgehen

Bei mir ist Ursula oft am Start, wenn ich kreativ bin. Manchmal hält sie mich sogar davon ab, überhaupt zu beginnen, weil sie genaue Vorstellungen davon hat, wie das Endergebnis aussehen sollte. Bin ich dann am Zeichnen, mischt sie sich gerne ein: «Das sieht total hässlich aus. Wirf das weg!» oder «Schau dir dieses Bild auf Pinterest an, so was könntest du nie!» «Diese Farben sehen schrecklich aus! Am besten fängst du noch einmal von vorne an.» - um nur einige Beispiele zu nennen. Wenn ich merke, dass sie nervt, dann lasse ich sie zusammenschrumpfen, stecke sie in ein kleines Glas und lass sie dort ihr Gift versprühen. Ihre Stimme höre ich noch, aber ich kann selbst entscheiden, was ich mit ihrem «Rat» anfange.


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