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Die wahren Helden

Gezeichnet und trotzdem kämpferisch: Diese Stars trotzen ihrer Krankheit und sind Vorbilder

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Wie Simon Hauck die Krankheit bekämpft


Würde man Krankheiten nur aus den Medien kennen, hätte man wahrscheinlich Bilder von Box- oder Schwertkämpfen im Kopf. ER hat es geschafft… SIE hat gesiegt… als ob man tatsächlich mitbestimmen könnte, wie schnell oder ob man eine Krankheit übersteht. Als ob alles wieder gut werden würde, wenn man nur fest genug daran glaubt und immer positiv denkt.


Schön wär’s. Es ist bestimmt nicht schlecht, wenn man trotz Schmerzen und Angst versucht, ein gutes Leben zu leben, Freude an den kleinen Dingen zu haben und sein Möglichstes zu tun, damit man wieder gesund wird. Aber Leute aufs Podest zu heben und zu Held*innen zu erklären, die es «geschafft» haben, kann für alle, die (unverschuldet!) zurückbleiben und weiterhin mit der Krankheit hadern, unter Druck setzen und stigmatisieren. Ganz nach dem Motto «Wenn sie sich doch nur genug bemühen würden…»


Auch Annmarie hatte das Gefühl irgendetwas falsch zu machen. In ihrer Story beschreibt sie es so:

Bei jeder ergebnislosen Untersuchung fühlte ich mich schuldig. Ich hatte das Gefühl, etwas falsch zu machen und gab mir die Schuld. In unserer Gesellschaft wird uns beigebracht, dass niemand Schmerzen haben muss und dass es für jede Krankheit eine Pille gibt. Du nimmst die Pille und der Schmerz ist weg. Aber ich war die Ausnahme von der Regel. Ich dachte immer wieder darüber nach, wie ich besser mit meinen Schmerzen umgehen könnte, passte meine Arbeitspraktiken an und versuchte einfach, so gut wie möglich durchzuhalten.

Auch ich fand es auf meinem Weg unglaublich schwierig die richtige Balance zu finden und nicht in die Selbstoptimierungsfalle zu tappen: Soll ich eine Zweitmeinung einholen? Müsste ich mehr meditieren? Einen online Kurs machen? Bin ich genug entspannt? Denke ich richtig? Bin ich richtig? Meeega anstrengend! Und hatte wahrscheinlich genau den gegenteiligen Effekt, nämlich dass ich noch angespannter wurde und sich meine Gedanken nur noch um die Schmerzen drehten. Ziemlich kontraproduktiv.


Kognitiv habe ich natürlich verstanden, dass das nichts bringt, aber loszulassen und den Dingen ihre Zeit zu geben und vor allem Kontrolle abzugeben, das fand ich unglaublich schwierig. In der westlichen Welt sind wir es gewohnt zu planen und haben die Dinge gerne im Griff. Wir sind der Überzeugung, dass man ein Problem nur genau analysieren muss, um eine Lösung dafür zu finden. Dass diese Strategie bei Schmerzen nicht funktionierte, frustrierte mich! Aber irgendwann musste ich einsehen, dass ich sie nicht bekämpfen kann. Vielleicht auch nicht mehr ohne sie leben werde. Aber das gab wieder Raum für die Dinge, die ich tatsächlich beeinflussen kann.


Dass Kontrolle nur eine Illusion ist, hat uns Corona eindrücklich in Erinnerung gerufen. Wir können zwar Voraussetzungen schaffen, dass etwas gut laufen könnte. Man kann schliesslich im Herbst nichts ernten, wenn man im Frühling nichts gesäht hat. Aber ob man etwas erntet und wie viel, da haben wir nur wenig mitzureden.


Nicht das Überstehen einer Krankheit, macht einen zum Helden oder zur Heldin. Es ist vielmehr die Entscheidung jeden Tag erneute aufzustehen, mit den Schmerzen zu leben und nicht aufzugeben. An alle, die das gerade durchmachen: Du bist ein Held! Du bist eine Heldin! Ich bin stolz auf dich 😊n Problem nur genau analysieren muss, um eine Lösung dafür zu finden. Dass diese Strategie bei Schmerzen nicht funktionierte, frustrierte mich! Aber irgendwann musste ich einsehen, dass ich sie nicht bekämpfen kann. Vielleicht auch nicht mehr ohne sie leben werde. Aber das gab wieder Raum für die Dinge, die ich tatsächlich beeinflussen konnte.

Kürzlich habe ich in einer Praxis den Spruch gelesen: «Just because someone carries it well, doesn’t mean it isn’t heavy.» Übersetzt ungefähr so viel wie: «Nur weil jemand sein Päckchen gut trägt, heisst es nicht, dass es nicht schwer ist». Und manchmal ist das Päckchen einfach zu schwer. Man strauchelt unter der Last, hat Muskelkater, kann einfach nicht mehr und braucht eine Pause. Oder einen guten Wegbegleiter. Oder eine gute Serie oder ein gutes Buch, um einfach mal den Kopf freizubekommen und wieder aufzutanken.


Nicht das Überstehen einer Krankheit, macht einen zum Helden oder zur Heldin. Es ist vielmehr die Entscheidung jeden Tag erneut aufzustehen, mit den Schmerzen zu leben und nicht aufzugeben. An alle, die das gerade durchmachen: Du bist ein Held! Du bist eine Heldin! Ich bin stolz auf dich 😊


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